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Kölsches wohlgefuehl zur Adventszeit
Kölsches wohlgefuehl zur Adventszeit

Kölsches Wohlgefühl zur Adventszeit

01.12.2024

Eintracht-Sänger und Fründe der Akademie för uns kölsche Sproch begeisterten im Rathaussaal

Einen so großen Chor dirigiert Andreas Biertz, musikalischer Leiter des Männerchores Eintracht Köln-Porz, eher selten. Beim Advents- und Weihnachtskonzert der traditionsreichen Sängergemeinschaft stimmte nämlich der ganze Saal mit ein, sobald sich die rheinischen Herzen der Gäste von besinnlichen Texten und bekannten Melodien angesprochen fühlten. Also sofort. Und von Anfang bis Ende.

Die Eintracht -Sänger kamen gesanglich bestens präpariert in adventlichem Rot auf die Bühne, und sie blieben dort nicht allein. Im Porzer Rathaussaal war diesmal ein weiterer, gleichfalls von Chorleiter Andreas Biertz geführter Chor mit von der Partie. 50 Sängerinnen und Sänger der „Fründe vun der Akademie för uns Kölsche Sproch e.V.“ ließen ihre Stimmen teils zur Begleitung erschallen, trugen aber auch eigene Songs vor. Besinnlichkeit und herzerwärmende rheinische Fröhlichkeit waren die musikalischen Geschenke, die der Männerchor Eintracht schon vor Beginn der Adventszeit verteilte.

Der Männerchor hat sich seit Jahren den kölschen Tön‘„Met Hätz un Siel“ verschrieben und weiß als gut eingespielte Sänger-Gemeinschaft, was die Seele streichelt, nämlich ein Programm mit lauter kölschen Kostbarkeiten von heiter-besinnlicher Natur. Die Eintracht -Sänger und ihre Gäste erfreuten mit „Äppel, Nöss un Marzipan“, ließen mit einem Song von Brings den Schnee rieseln, führten nach „Bethlehem im Lande Judäa“ oder präsentierten „dat schönste Jeschenk“, nämlich Zeit miteinander. Gänsehautmomente gab es bei den ganz stillen Songs wie „Mer sin Eins“ von Kasalla. Im mehrstimmigen Vortrag durch den gesanglich geschulten Chor gewannen die Songs eine besondere Qualität.

Andreas Biertz brauchte nicht lange zum Mitsingen zu bitten, das war für die vielen Porzerinnen und Porzer Ehrensache. Schließlich gelang mit „Mir all waade“ sogar ein schön tönender Kanon.

Im ausverkauften Saal folgte ein aufmerksames und glückliches Publikum der musikalischen Reise des Männerchores durch die vergangenen Jahrzehnte und durch die Freuden der Weihnachtszeit. Der Chor der „Fründe vun der Akademie för uns Kölsche Sproch e.V.“ sang von Weihnachtswünschen nach mehr gemeinsamer Zeit, ließ „Winter im Dörp“ lebendig werden oder präsentierte sich als „ E janz klein Stück vun Kölle“. Das harmonierte wunderbar.

Mehrere Herren aus den Reihen der Eintracht-Sänger traten solistisch vors Publikum und wurden mit reichem Applaus bedacht, ebenso wie der 13-jährige Janne, der trotz Erkältung „am Himmel de Stääne danze“ ließ. Die Enkel-Generation der Chorsänger sorgte mit Blasinstrumenten für eine festliche Verstärkung der gut aufgelegten Begleitband. Michael Bender moderierte den Nachmittag und erinnerte in kleinen Anekdoten daran, wie schnell die Zeit verfliegt und wie wichtig es ist, schöne Augenblicke im Herzen festzuhalten.

Andreas Biertz als vielseitiger Chorleiter führte die immer wieder neu gemischten Stimmen und die Band durch das zu Herzen gehende Programm, in das auch kölsche Rüümcher eingestreut waren.

Mit Feingefühl und großem Respekt würdigte Biertz gegen Ende kurz zuvor verstorbenen Friedel Bender, der 72 Jahre im Chor gesungen und jahrzehntelang als Vorsitzender dessen Geschicke wesentlich geprägt hat. Zu Benders Lieblingsliedern habe „Sing mich noh Hus“ von Kasalla gehört, sagte Biertz. Den Song trug der Gemeinschaftschor stimmstark vor – und danach Friedel Bender zu Ehren noch einmal in ganz leisem, wehmütigen Summen.

Den Gästen wurde schließlich nicht nur „ne Engel för d‘r Heimwäg“ herbeigesungen, sondern es gab für den Nachhauseweg auch noch Proviant. Im Foyer des Bildungszentrums servierte der Chor den Gästen Glühwein und Plätzchen, zum perfekten Auftakt einer stimmungsvollen Adventszeit.